Erfahrungsbericht zur Dan-Prüfung 2011 in Lebach

Kategorie: Allgemein, Sportbetrieb

 

Aus der Sicht eines Prüflings!

„Der Weg ist das Ziel.“

... dieses berühmte Zitat ist wohl die treffendste Beschreibung unserer diesjährigen Erfahrung im Shotokan Karate: Prüfungsvorbereitung, Intensivlehrgang und Dan-Prüfung 2011.

Im Dezember 2010 fing alles an.
Die Idee kam schon früher auf, wurde aber erst richtig wahrgenommen, als unser Trainer Gottfried Graebner an der Weihnachtsfeier vor großem Publikum verkündete, dass die Abteilung Karate des TV Ludweilers vier neue Dan-Anwärter ins Jahr 2011 schickt. Nun gut, 2011 ist ja noch lange hin – dachten wir...

Mit der saarländischen Meisterschaft fing es an: trainieren, trainieren, trainieren – ein perfekter Einstieg um die nächste Stufe erahnen zu können. Die Zeit verging und wer nicht wegen gesundheitlichen Beschwerden wie etwa Bänderabrisse, ausgeknockt war, zeigte eine beachtliche Leistung, welche auch mit der entsprechenden Anerkennung geehrt wurde. Doch sollte unser Training jetzt erst richtig beginnen.

Die Dan-Prüfung vor Augen quälten wir uns durch bahnenweise Grundschultechniken, unzählige Kata-Wiederholungen und deren Bunkai und zu guter Letzt regelmäßig durch Kumite-ähnliche Partner-Verstümmelungen – die hier bewiesene Härte und Kraft sollte uns noch einmal bitter aufstoßen...
Montags, dienstags und freitags kamen wir regelmäßig für zwei bis drei Stunden in unsere geliebte Turnhalle der Grundschule Ludweiler und bewiesen ein ums andere Mal unseren Ehrgeiz, dass wir dieses Ziel erreichen können. Zu dieser Zeit entschloss sich auch noch ein weiterer Ludweilerer Karateka zur nächsten Stufe: Philipp Reinhard wollte seinen 2. Dan. Somit waren wir also fünf an der Zahl:

        Reinhard, Philipp    1. Dan        34 Jahre
        Bachelier, Alexander  1. Kyu        34 Jahre
        Riemann, Christina    1. Kyu        ?? Jahre
        Gross, Oliver        1. Kyu        23 Jahre
        Wlodarek, Lukas    1. Kyu        19 Jahre

Da war sie nun also, die Gruppe, die sich dann auch noch donnerstags abends zwei Stunden im Kata und Kata Bunkai übte und selbst am Wochenende die Gelegenheit hatte, sich im Garten unseres Trainers weiter auszutoben – vielen Dank an dieser Stelle für die wunderschöne Trainings-Location unter freiem Himmel.
Neben der Teilnahme am Kampfrichter Lehrgang mit Ulrich Nagel besuchten wir auch die St. Ingberter Karatekas unter der Leitung von Roman Adam, der zweite Prüfer unserer Dan-Prüfung.  
Das Training, zum einen unserem bisherigen sehr ähnlich, zum anderen aber doch irgendwie grundverschieden brachte uns hier nicht nur neue Erfahrungen, sondern auch große Fortschritte und Sicherheit für das Zukünftige ein.
Der Höhepunkt unserer Prüfungsvorbereitung war aber, unumstritten der Intensivlehrgang 2011 in Lebach. Roman hat uns auf seine ganz eigene Art die Kata Gankaku näher gebracht – auch wenn wir Braungurte es manchmal etwas schwer hatten. Vier Tage, jeden Abend übten wir die Kata in Ablauf, Zanshin, Rhythmus und Bunkai. „Braungurte können das nicht“, ein nicht böse gemeinter Spruch, den wir uns mehr als einmal anhören mussten. Hier ging es vielmehr darum, dass die Dan-Träger bereits eine Stufe des Karates erreicht haben, in denen man auf viele kleine Details eingeht, die man erst mit einer soliden Basis erkennt und ausbauen kann.
Genau diese Basis war es, welche der Lehrgang uns vermitteln sollte und dem abschließenden Lob nach zu urteilen, ist uns das wohl durchaus gelungen.

Nach einem Kata-Marathon von fast dreißig Durchläufen war es dann endlich soweit: Antreten zur Prüfung. Vom Adrenalin und der Aufregung beflügelt kamen die ersten Techniken wie ein Dampfhammer daher. „Viel zu viel Kraft! Nochmal!“ schlug uns um die Ohren und zwang uns, unsere angestaute Energie in die letzte Stufe unseres Dan-Trainings zu stecken. Wiederholungen, Korrekturen, Kritik – das war es also, der Gedanke des 1. Dans. Es geht nicht darum, perfekte Techniken, hohe Tritte oder sonstige beindruckenden Dinge zu vollführen. Man soll eine neue Richtung entdecken, eine Richtung, in die man von jetzt an trainieren kann.

„Der Weg ist das Ziel“ heißt es; doch unsere Prüfung war nur ein einzelner Schritt auf diesem Weg. Ein bedeutender zwar, aber noch lange nicht das Ziel. In diesem Sinne darf ich allen Prüflingen nochmals zur bestandenen Prüfung gratulieren.
Da neben uns noch fünf weitere Karatekas teilgenommen haben, hier noch einmal alle aufgelistet:

Fuchs, Hermann Josef    4. Dan        Lebach        58 Jahre
Herges, Wolfgang        4. Dan        St. Ingbert        52 Jahre
Schorr, Werner        4. Dan        Lebach        63 Jahre
Dünzer-Adam, Daniela    3. Dan        St. Ingbert        47 Jahre
Reinhard, Philipp        2. Dan        Ludweiler        34 Jahre
Bachelier, Alexander        1. Dan        Ludweiler        34 Jahre
Diwo,     Christine        1. Dan        Ludweiler        19 Jahre
Gross, Oliver            1. Dan        Ludweiler        23 Jahre
Riemann, Christina        1. Dan        H.Sh. Saarbr.        ?? Jahre
Wlodarek, Lukas        1. Dan        Ludweiler        19 Jahre


Im Nachhinein war es eine schöne Prüfung und eine noch schönere Vorbereitung auf diese. Wir haben viel gelernt, noch mehr Spaß gehabt und viele neue Freunde gewonnen.
Ich wünsche allen für ihren weiteren Weg alles Gute und viel Erfolg – ihr wart super!

Vielen Dank auch an die tatkräftige und motivierende Unterstützung unserer beiden Mentoren Roman Adam und Gottfrieb Graebner.




Oliver Gross